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Herbst-Tagundnachtgleiche – Zeit des Gleichgewichts und der Ernte

Wenn die Tage rund um dem 21. und 23. September genau so lang sind wie die Nächte, sind für einen Augenblick Licht und Dunkel im vollkommenen Gleichgewicht. Jedes Jahr fällt dieser Zeitpunkt auf ein anderes Datum, heuer auf den 22. September 2025. Mit der Herbst-Tagundnachtgleiche verabschieden wir den Sommer, und die dunkle Jahreshälfte beginnt.

Ein Mandala aus Blüten, Zweigen, Zapfen als Dankesgebet an Mutter Erde
Ein Mandala aus Blüten, Zweigen, Zapfen als Dankesgebet an Mutter Erde

Rückzug der Natur und Zeit der Ernte

Von nun an werden die Nächte länger als die Tage, die Kräfte der Natur ziehen sich zurück, Samen und Wurzeln machen sich bereit für den Winterschlaf. Nach der Hitze des Sommers breitet sich eine sanftere Stimmung aus. Der Name Herbist aus dem Althochdeutschen bedeutet „Zeit der Ernte“ – und so dürfen wir ernten, was gewachsen ist, und danken für das, was uns das Leben schenkt. Das Erntedankfest ist Ausdruck unserer Dankbarkeit für die Gaben der Natur und die Fülle des Lebens.


Balance finden

Der Altweibersommer legt Spinnennetze wie silberne Fäden in die Landschaft, mit Tautropfen, die wie kleine Sterne glitzern – ein Sinnbild für die Schönheit dieser Übergangszeit. Die Tagundnachtgleiche erinnert uns daran, wie wichtig das Gleichgewicht in unserem Leben ist. Im Idealfall bewegen wir uns ausgeglichen zwischen den Polen, zwischen Aktivität und Ruhe, Licht und Schatten, Außen und Innen.

Mit der Einladung der Zeitqualität dürfen wir innehalten und abwägen: Wovon habe ich zu viel oder zu wenig? Was ist in diesem Jahr gelungen/misslungen? Was darf nun enden, weil wir ihm entwachsen sind? Was möchte liebevoll verabschiedet werden? Wo halten wir noch fest, obwohl es uns nicht mehr dient? Diese Schwelle im Jahreskreis lädt uns ein, dankbar zurückzublicken und zugleich mit offenem Herzen loszulassen.


Ritual Medizinwanderung

Gehe hinaus in die Natur mit einer klaren Frage im Herzen, etwa: „Was darf ich loslassen?“ oder „Was möchte ich in mein Leben einladen?“. Markiere am Beginn deines Weges eine kleine Schwelle – ein Stein, ein Ast, ein stiller Moment. Tritt bewusst über diese Schwelle und betrete die Natur mit achtsamem, offenem Herzen. Gehe schweigend, Schritt für Schritt, und achte darauf, was dir begegnet: das Rascheln eines Blattes, das Glitzern des Lichts im Wasser, ein Vogelruf. Alles kann Antwort und Spiegel sein. Wenn du den Weg beendest und die Schwelle zurück übertrittst, danke der Natur für ihre Zeichen. So wird dein Gang zu einer Reise nach innen – geführt von der Sprache der Erde.


Ritual Dankes-Mandala in der Natur

Sammle die Schätze des Herbstes: Hagebutten, Nüsse, Kastanien, Blätter, Blüten, Kräuter. Suche dir einen schönen Platz im Freien und lege daraus ein Mandala oder einen Kreis. Während du die Naturmaterialien anordnest, sprich innerlich oder laut deine Dankbarkeit aus: für dein Leben, für Gesundheit, für Beziehungen, für all die sichtbare und unsichtbare Fülle, die dich umgibt. Setze dich still davor und spüre, wie die Dankbarkeit in dir nachklingt. Lasse das Mandala in der Natur zurück – als Geschenk an die Erde. Dieses Ritual öffnet das Herz für das, was bereits da ist, und macht uns empfänglich für kommende Gaben.


Der Übergang in die dunkle Zeit

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist ein Tor, das uns von der hellen in die dunkle Jahreshälfte führt. Sie lädt uns ein, Balance zu finden, damit wir gestärkt und getragen in die stillere Zeit gehen – verbunden mit der Erde, mit uns selbst und mit dem großen Kreislauf des Lebens.

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